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Generation Y – quo vadis?


Beitrag des SP-Regionalverbands zu „Das Wort den Parteien“ im Dezember 2016

Generation Y – quo vadis?

Im Auftrag der Tageszeitung „le soir“ und der RTBF ist in der vergangenen Woche eine Studie erschienen, die sich mit den Ideen, Wünschen und Forderungen der Jugendlichen zwischen 18 und 34 Jahren befasst. Die Ergebnisse zeichnen ein zwiespältiges Bild der Situation junger Menschen in der heutigen Gesellschaft. Daher ist diese Studie auch als Appell an all diejenigen zu sehen, die sich die Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft auf die Fahne schreiben.

Fangen wir mit einer erschreckenden Zahl an: ganze 51% der Jugendlichen gehen davon aus, dass ihre Zukunft schlechter als die ihrer Eltern aussieht. Dies kommt nicht irgendwoher. Bedenken wir, dass zahlreiche Jugendliche die Folgen der Finanz- und Weltwirtschaftskrise der vergangenen Jahre bis heute spüren. Sei es durch gestiegene Arbeitslosigkeit in ihrem direkten Umfeld, durch steigende Preise oder durch den Wegfall von sozialen Dienstleistungen, die ihnen aus ihrer Kindheit wohlbekannt waren.

Dabei spielt auch die Ausbildung eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen sehen sich in der Schule nicht mehr ausreichend auf das Berufsleben vorbereitet. Dies kann möglicherweise auch damit zusammenhängen, dass fast zwei Drittel keine wahre Chancengleichheit in der Schulausbildung sehen. Wir bewegen uns hier offensichtlich immer mehr in Richtung eines undurchlässigen „Kastensystems“, in dem die elterliche Brieftasche über die schulische und somit berufliche Zukunft entscheidet. Das ist ein verheerendes Alarmsignal!

Allgemein manifestiert sich ein Vertrauensverlust in die Institutionen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Lediglich Nicht-Regierungsorganisationen können breite Zustimmung verbuchen.

Das wichtigste gesellschaftliche Thema ist für 51% der Jugendlichen die Umwelt beziehungsweise der Umweltschutz, dicht gefolgt vom Zugang zum Arbeitsmarkt mit 46%. Gerade letzteres Element ist nicht uninteressant vor dem Hintergrund, dass 56% der Jugendlichen Arbeit in erster Linie als Mittel zur existenziellen Absicherung und nicht etwa zur persönlichen Entfaltung sehen. Die Selbstverwirklichung verschwindet in den persönlichen Bereich der Freizeit.

Entgegen der Rückkehr nationalstaatlichen Denkens in den politischen Mainstream, sehen sich 68% der Jugendlichen als Europäer und acht von zehn haben zumindest eine grenzüberschreitende Freundschaft. Zahlen, die Hoffnung machen. Ein weiterer positiver Aspekt: 80% der jungen Erwachsenen sprechen sich für ein verpflichtendes ziviles Jahr aus. Solidarität und ehrenamtliches Engagement wird also bei jungen Menschen groß geschrieben.

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