Marcel Strougmayer / PDG

Förderung der Mehrsprachigkeit


Plenum des PDG vom 29.05.2017

Redebeitrag von Marcel Strougmayer, Mitglied der SP-Fraktion im PDG, zum

RESOLUTIONSVORSCHLAG AN DIE REGIERUNG DER DEUTSCHSPRACHIGEN GEMEINSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER MEHRSPRACHIGKEIT MIT VORRANG FÜR DIE DREI LANDESSPRACHEN (Dok. 166)

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Mitglieder der Regierung,

werte Kolleginnen und Kollegen,

Es ist schon richtig, dass bemerkt wird, dass insbesondere die Französischkenntnisse unserer Jugendlichen zurückgegangen sind. Arbeitgeber beklagen sich ebenso über die mangelnden Möglichkeiten der Auszubildenden sich in der Sprache von Molière auszudrücken, wie Sekundarschullehrer über Schüler in den Sekundarschulen.

Wo liegt da der Hase begraben?

Vielleicht ist die Ursache in der Primarschule zu suchen. Dies, wenn gleich ein Programm zur Vermittlung der Zweitsprachenkenntnisse erstellt worden ist, Kurse zur Ausbildung von Zweitsprachenlehrern vorgesehen wurden, die Möglichkeit für alle Schulen eröffnet wurde, bilingual zu lehren.

In Andalusien stand man vor 25 Jahren vor demselben Problem. Nahezu 80% der Bevölkerung war dort, wie in ganz Spanien auch, fast nur einsprachig Spanisch, abgesehen von örtlichen Dialekten. Die dortige Regionalregierung hatte zur Behebung dieser monolingualen Gesellschaft ein ehrgeiziges Programm entwickelt:

  • Erstellung einer gesetzlichen Grundlage zur Förderung der Mehrsprachigkeit gekoppelt mit einem Programm;
  • Eröffnung von Sprachschulen für Lehrer und andere Interessierte;
  • Kooperationen mit anderen EU-Mitgliedländern (native speaker);
  • Entwicklung von angepassten Schulbüchern (Deutsch, Französisch oder Englisch);
  • Anpassungen im Stundenkapital für bilinguale Schulen;
  • Einführung einer dritten Sprache ab dem fünften Schuljahr.

Inzwischen dauert dort die Ausbildung für Lehrer vier Jahre, das Beherrschen einer Zweitsprache ist Pflicht und jeder Lehrer muss einige Stunden/Woche in dieser Zweitsprache unterrichten.

Unsere Kindergärtnerinnen und Lehrer sind bei weitem nicht unterbeschäftigt. Stellenweise haben sie schon Mühe, die Unterrichtssprache korrekt zu vermitteln. Dies aufgrund der vielen Schüler mit Migrationshintergrund. Aber auch sonst steht mit den in den letzten Jahren erarbeiteten Richtlinien viel an.

Was also tun?

Zum einen könnten sich Schulen den Euregioprofilschulen anschließen, wie in der Resolution angeregt. Diese grenzüberschreitende Lehrervereinigung hat regionale Sprachbücher für Primarschulen in Deutsch, Französisch und Niederländisch erstellt. Es muss nichts Neues erfunden werden.

Wie gleichfalls in der Resolution aufgezeigt, ist die Zurverfügungstellung von zusätzlichem Stundenkapital für Schulen, die sich der ausgedehnten Vermittlung einer Zweitsprache verschreiben, ein Schritt in die richtige Richtung.

Bis zur Verwirklichung bleibt allerdings noch einiges zu tun, bleiben Sie dran Herr Unterrichtsminister und Herr Finanzminister!

Va nix, köhnt nix, sett me i Kelemes. Soviel zur Mehrsprachigkeit .

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