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Werter Herr Ministerpräsident,
Frau Ministerin,
Meine Herren Minister,
Werte Kolleginnen und Kollegen,

Seit 2004 hatte ich das Glück, dieses ehrenvolle Amt des Parlamentspräsidenten ausüben zu dürfen. Ich möchte heute keine Bilanz ziehen. Das, wie die Erfahrung der letzten Tage gezeigt hat, werden andere auf ihre Art tun.

Von mir aus darf ich sagen, ich habe alles getan, um mit Fleiß und Würde dieser Aufgabe gerecht zu werden. Mir wurde das von sehr vielen Menschen bestätigt. In den letzten Wochen und Monaten habe ich erfahren, wie kalt einem der politische Wind entgegenwehen kann. Es liegt mir fern, mich über die mir entgegengebrachte Kritik zu beklagen. Angriffe sind mit der Politik untrennbar verbunden und der politische Disput gehört zu einer funktionierenden und lebendigen Demokratie dazu. Es sollte jedoch nicht soweit gehen, dass die Ebene des objektiven Diskurses verlassen wird, und an seine Stelle persönliche Beleidigungen treten. Das Amt des Parlamentspräsidenten, das höchste Amt unserer Gemeinschaft, darf von niemandem beschädigt werden.

Dieses Amt, das ich in den letzten Jahren ausüben durfte, ist nämlich sehr viel wichtiger als die Person, die es bekleidet. Es ist für mich ein Symbol für die weitgehende Autonomie unserer Gemeinschaft. Es ist ein Amt, das verbinden und nicht spalten soll. Und es ist ein Amt, das auch in stürmischen Zeiten mit allem Elan und voller Aufmerksamkeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger ausgeübt werden muss.

Gerade aus diesem Grund, ich kann es nicht oft genug erwähnen, sind Respekt und Demut die zentralen Werte, mit denen dieses Amt ausgeübt werden sollte. Ich kann Ihnen versichern, dass ich zeit meiner gesamten Amtszeit stets den höchsten Respekt vor diesem Amt hatte, und dass Demut gegenüber der Bevölkerung der DG, die es mir überhaupt ermöglicht hat, dieses Amt auszuüben, der stete Antrieb meiner Amtsführung war. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich in den letzten Jahren von vielen Menschen Zustimmung für meine Amtsführung erfahren habe. Ich werde diese positiven Erfahrungen sicherlich mit nach Brüssel nehmen. Meine Auffassung von Politik, nämlich aus jeder Situation das Maximum für die Bürgerinnen und Bürger der Deutschsprachigen Gemeinschaft herauszuholen, und das mir zugesprochene Amt stets vor Respektlosigkeit zu verteidigen, wird auch in Zukunft mein Handeln prägen. Auf diesem Weg, lasse ich mich nicht beirren. Das, meine Damen und Herren, ist der Kern einer jeden politischen Amtsausübung, wie ich sie verstehe, nämlich die persönliche Hingabe für ein Amt. Es ist das Wissen, dass Personen gehen, aber Ämter bleiben. Und dass die Erhabenheit und Symbolkraft solcher Ämter, persönliche Befindlichkeiten unwichtig werden lassen. Das ist mein Anspruch an mich selbst.

Ich wünsche mir, dass das gemeinschaftspolitische Klima wieder von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Kritik sollte konstruktiv sein, bei der Sache bleiben und sich nicht gegen die Person richten. Alles andere sorgt meiner Ansicht nach nicht dafür, dass sich Menschen in der Politik engagieren möchten. Ein Trend, der ja heute schon parteiübergreifend erkennbar ist.

Meinem Nachfolger wünsche ich, ein gesundes politisches Klima in diesem Haus. Viel Erfolg in seinem Tun und Handeln sowie im Umgang mit seinen Mitarbeitern und seinen Kollegen.

Bedanken möchte ich mich bei allen, die immer hinter mir gestanden haben, bei den Mitarbeitern des Parlamentes, ganz besonders bei Generalsekretär Stefan Thomas und seinem Vorgänger Manfred Beckers. Ideen einzubringen, Dinge zu verbessern und Neues zu gestalten, kann nur bei guter Zusammenarbeit gelingen. Ich betone, dass hieran gemessen, diese Amtsperiode beispielhaft war.

Ich danke allen, die in den letzten Jahren positiv mitgearbeitet haben. Ich denke, dass diejenigen, die betroffen sind, wissen wen ich meine.

Zum Abschluss meiner Rede möchte ich ein Zitat verwenden. „Es wünsche mir einer was er will, Gott gib ihm davon noch mal soviel.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Glück und Erfolg in ihrem Tun und Handeln und stets ein gutes Gespür für den richtigen Stil.

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.