Grenz Echo befragt Eupener Stadtratsfraktionen zu Verkehrspolitik
Werner Baumgarten im Interview
Das Grenz Echo befragte in seiner Ausgabe vom 19. Februar 2010 alle Fraktionen des Eupener Stadtrates zur aktuellen Verkehrspolitik. Lesen Sie hier die Antworten von Werner Baumgarten (SP+).
Hat eine Ringstraße um die Innenstadt für Sie Priorität?
Die zweite Autobahnausfahrt ist Teil eines Gesamtkonzepts. Allein ergibt sie. keinen Sinn. Direkt daran müssen Erschließungsstraßen angebunden werden.
Da diese Straßen ohnehin gebaut werden müssen, ist .es ratsam auch daran zu denken, eine dieser Straßen direkt bis an die Vervierser Straße heranzuführen, damit durch eine Parallelstraße die Herbesthaler Straße entlastet werden kann.
Es sollen also nicht nur Straßen gebaut werden der Straßen wegen, sondern eine bestehende Entwicklung für die bereits Gelder vorgesehen sind, genutzt werden um in einer ersten Phase die Herbesthaler Straße zu entlasten.
Citybusse, Tunnel oder Talbrücke: Wenn Sie ungeachtet der Machbarkeit einen Wunsch frei hätten in Sachen Verkehr – welcher wäre das?
Wir brauchen einen öffentlichen Personennahverkehr, der halbstündlich die Stadt erreichbar macht und am Krankenhaus und am Bahnhof vorbeifährt. Die Stadt muss im Umkreis haltestündlich durchfahren werden. Außenstellen wie Talsperre und Stendrich bis Membach sollen auch erreichbar sein. Dafür werden kleine, wendige Busse gebraucht. Es sohlen Niederflurbusse sein, die auch Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer mitnehmen können. Allerdings wird das Konzept der Citybusse nur in einem Gesamtkonzept seinen Nutzen zeigen. Dieses sollte in einer Arbeitsgruppe unter Federführung eines Experten erarbeitet werden.
Es wird immer davon gesprochen, dass der Bürger umdenken muss. Wie kann man dieses Umdenken erreichen?
Es macht sicherlich Sinn, dem Bürger die Entwicklung im Verkehr und die daraus entstehenden Probleme bewusst zu machen. Dies kann man unserer Meinung nach aber nur, wenn man mit gutem Beispiel vorangeht und wenn man Gesamtkonzepte vorstellen kann. Es kann erfolgreich sein, auch kleine Dinge umzusetzen, zu verändern oder anzupassen. Aber bevor man sich ausschließlich über innerstädtische Lösungen den Kopf zerbricht, muss am Gesamtplan gearbeitet werden. Wir erkennen in der Arbeit der Mehrheit zwar Ansätze für innerstädtische Lösungen, denen wir zugestimmt haben, aber keine Initiativen, die den Blick über den Tellerrand hinaus wagen. |