Stellungnahme des Stadtverordneten, Arthur Spoden, zur Kulturinfrastruktur in Eupen
Die verpasste Chance?
Was ist das Resultat einer zauderhaften Infrastrukturplanung? Antwort: das derzeitige Durcheinander rund um die Eupener Kulturmeile. Wer ein Haus baut, der lässt vorher einen fertigen Plan incl. Kostenschätzung erstellen. Nicht so in Eupen. Hier wird jahrelang munter drauflos investiert, ohne zu wissen, wo man sowohl baulich als auch finanziell endet.
Und dann regen sich auch noch die Gemüter, wenn einer außerhalb der Stadtmauern den Mut aufbringt, die Wahrheit auszusprechen: "Viel Geld ausgeben und am Ende doch nichts Gescheites zustande bringen!"
Die Vorstellung einer Machbarkeitsstudie des Aachener Büros Akka Strategie Management zeigte nur zu deutlich, dass das bisher angedachte Konzept (Erweiterung des Capitols und Instandsetzung des alten Schlachthofs) genau dort enden wird. Leider hatten die Aachener auch keine überzeugende Lösung anzubieten.
Doch anstatt über die verfahrene Situation zu jammern sollten wir darüber nachdenken, wie wir das sich abzeichnende Desaster noch einigermaßen zurechtbiegen können.
Schon vor Jahren habe ich behauptet, dass Eupen nicht umhin kommt, endlich einen multifunktionalen Saal in ausreichender Größe zu bauen. Es ist die einzige Möglichkeit, sowohl kleine als auch größere Veranstaltungen durchzuführen, da die vorhandenen Gebäude dies einfach nicht zulassen. Gleichzeitig gilt es, die Finanzen in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Daher schlage ich folgendes Konzept vor:
- Am Capitol wird eine Mindestinstandsetzung (ohne Erweiterung, die ohnehin nur eine teure Halblösung wäre) vorgenommen, damit die Eupener Vereine ihre Veranstaltungen übergangsweise wie bisher organisieren können.
- Das Projekt "alter Schlachthof" wird, da bereits viel investiert wurde, wie geplant zu Ende geführt.
- Direkt am Schlachthof wird ein Saal mit einer Bühne von 18x10m angebaut. Es soll sich wohlgemerkt ausschließlich um einen Saal mit Bühne handeln, da die notwendige Rahmen-Infrastruktur bereits im renovierten alten Schlachthof vorhanden sein wird. Dies wäre eine sinnvolle und finanziell tragbare Synergie von Alt und Neu.
- Nach Fertigstellung des neuen Saales kann man immer noch entscheiden, was mit dem Capitol geschieht. Jedenfalls wäre dann der Raumbedarf für jegliche Art von Kulturveranstaltungen in Eupen abgesichert.
Arthur Spoden
Stadtverordneter Eupen (SP+) |