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Stellungsnahme von Werner Baumgarten zum Thema „Kombibad Eupen“
Erstaunlich !

Ohne die Entscheidungen der Stadt Eupen zum Ausbau des AS-Stadiums und ohne die dadurch entstehenden Investitionskosten oder die Kosten für die Durchführung von Fußballspielen kommentieren zu wollen, möchten wir dennoch darauf hinweisen, wie schnell Entscheidungen herbei geführt und beachtliche Summen mobilisiert werden können, wenn denn der politische Wille vorhanden ist.

Erstaunlich finden wir, dass seit 2004 die Stadt (derselbe Entscheidungsträger) über die Zustände des Hallenbades und des Wetzlarbades informiert ist, und immer noch ist ein Baustellenbeginn nicht abzusehen – obwohl beide Bäder im Rahmen des Schulsports oder des Freizeitsports jährlich von rund 260.000 Menschen genutzt werden. Und nun vernehmen wir, dass an den bisherigen Projektentwürfen für den Bau eines neuen Kombibades  finanzielle Abstriche gemacht werden müssen, um den Bau des Fußballstadiums zu verwirklichen.

Dabei geht es bei diesem Projekt um Fragen der Sicherheit, die auch von der Umweltpolizei der wallonischen Region seit Jahren immer wieder dokumentiert werden. Wir möchten uns bei der Umweltpolizei bedanken für ihr Entgegenkommen, die provisorischen Notlösungen so lange akzeptiert zu haben – auf Basis eines Versprechens seitens der Stadtväter, das Projekt Kombibad baldmöglichst in Angriff zu nehmen. Wir glauben allerdings, dass ihre Geduld missbraucht wurde, denn das Provisorium währt nun schon über fünf Jahre (und wird wohl auch noch einige Zeit währen müssen).

Nachstehend nur einige Fakten, die der Öffentlichkeit nicht länger vorenthalten werden dürfen :

1. bzgl. des Wetzlarbads

- die Dosierung des Chlorgehalts und die Dosierung der Säurezugaben (zwecks Korrektur des PH-Wertes des Wassers) per automatischer Dosierpumpe wurden bereits 2004 von der Umweltpolizei angemahnt. Diese Dosierung geschieht heute noch immer nicht aufgrund einer exakten Kontrolle (durch automatische Messungen des Chlorgehalts) sondern manuell. Man kann von Glück reden, dass dem zuständigen Bademeister bis dato kein Unfall unterlaufen ist, doch wollte ich nicht in seiner Haut stecken, falls mal ein Unfall passieren sollte.

- die Lagerung der hochaktiven Chemikalie Chlor erfolgt unter Missachtung jeglicher Sicherheitsstandards. Rund 3000 Liter Chlor befinden sich in einem ungesicherten Nebengebäude, dessen Dach lediglich aus Brettern und Teerpappe besteht. Auch gibt es kein Auffangbecken, fall die Tanks durch ein Leck undicht werden. Und schließlich ist an Ort und Stelle keine Duschvorrichtung angebracht, falls das Personal mit der Chemikalie in Berührung kommen sollte. Punkto Arbeitsschutz also eine Zumutung.

2. bzgl. des Hallenbads

- bereits 2004 wurden in verschiedenen Kontakten mit der Stadt weitere Arbeiten angemahnt, um die Sicherheit zu verbessern. Wobei wiederum provisorische Maßnahmen akzeptiert wurden in Erwartung, dass der Ankündigung eines Neubaus auch konkrete Schritte folgen. Auch wenn ein Studienbüro mit der Überwachung des Provisoriums beauftragt wurde, so bleibt die aktuelle Situation immer noch akut.

- ein bedeutender Schwachpunkt ist die Struktur des aktuellen Baus, die vom Verfall (Betonfraß durch den Chlorgehalt des Wassers) bedroht ist. Ausführliche Stützmaßnahmen sind erforderlich, um zu gewährleisten, dass die Stabilität des Wasserbeckens und der Fußböden (neben dem Wasserbecken) erhalten bleibt. Die tägliche visuelle Kontrolle oder die Minderung des Chlorgehalts zwecks Verlangsamung des Betonzerfalls können nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich um ein Provisorium handelt.

- die Belüftungsanlage ist immer noch verrostet.

Wir fordern die Stadt Eupen dazu auf, in dieser Akte endlich für Klarheit zu sorgen, indem

1. der Öffentlichkeit korrekte und ausführliche Informationen über den Zustand des Wetzlar- und des Hallenbades gegeben werden. Es sollte der Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür auch mal das gezeigt werden, was sonst verborgen bleibt.

2. eine verbindliche Planung des neuen Kombibads dazu führt, dass ebenso rasch wie für das Fußballstadium genehmigte Pläne und die nötigen Finanzmittel vorliegen, um das Projekt konkret in Angriff zu nehmen, anstatt es noch viele Monate lang vor sich her zu schieben.

3. die Öffentlichkeit über die Einsparungen informiert wird, die am Kombibad vorgenommen werden sollen zwecks Finanzierung des Stadiums. Wir fordern auf jeden Fall einen Sicherheitsstandard auf Top-Niveau  (den Schulklassen, den Besuchern und dem Personal zuliebe) und hoffen, dass die hierfür nötigen Investierung von jeglichen Sparmaßnahmen verschont bleiben.

 

Werner Baumgarten
Stadtratsmitglied SP+ (Eupen)