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Stellungnahme zur Interpellation von E. DANNEMARK zum
Mangel an Allgemeinmedizinern in der DG

Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrte Herren Minister,
werte Kolleginnen und Kollegen!

Die föderale Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx hat bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Regeln für die alljährliche Einschränkung der Anzahl Allgemeinmediziner zu lockern. Anlässlich der Vorstellung eines Ärztekatasters wies sie auf die Notwendigkeit der Erhöhung der Ärztequote in allen Regionen des Landes hin. Dies gelte vor allem für die Gegenden, in denen es zu wenige Hausärzte gebe. Es gibt sie tatsächlich nicht mehr, die sogenannte Ärzteschwemme; es fehlen niedergelassene Ärzte, sowohl auf dem Land als auch in den Städten.

Unsere Sorge gilt in diesem Zusammenhang natürlich den Perspektiven der Hausärzte. Welchen Anreiz gibt es für die jungen Mediziner, sich in einem Dorf niederzulassen? Ist es der Kontakt zu den Menschen auf dem Lande? Sind es finanzielle Gründe?  Fragen, die es zu ergründen gibt. In erster Linie aber soll es meiner Meinung nach darum gehen, wie die medizinische Versorgung der einzelnen Menschen in unseren Gemeinden aufrechterhalten bleibt, sowohl in der Erreichbarkeit eines Arztes ihres Vertrauens als auch in der Qualität der dargereichten Versorgung. Es scheint so zu sein, dass Medizinstudenten lieber in einer Klinik arbeiten möchten. Das mag vielerlei Gründe haben: die angeblich geringere Attraktivität des Landlebens ist nur eine Seite. Oft entscheiden sich Medizinstudenten nach ihrem Abschluss nicht für eine Arztlaufbahn, oft beschäftigen Kliniken immer mehr ausländische Leihärzte und das deutet auf ein strukturelles Problem hin: die Arbeitsbedingungen für Ärzte sind nicht mehr attraktiv. Ansehen und Wohlstand gibt es zunehmend in anderen Berufen. Die wenigen Spitzen-Abiturienten, die wegen ihrer guten Note Medizin studieren dürften, verdienen in anderen Branchen nicht nur mehr Geld, sie stehen gar nicht erst vor der Frage „Stadt oder Land“, sondern können zwischen einer Stelle hier bei uns oder im attraktiven Ausland wählen.

Bereits im Mai 2009 hat der Ausschuss IV sich der Thematik angenommen. Und wir haben diesem Konzept unsere volle Unterstützung zugesagt. Wir befassten uns damals ebenfalls mit der „Erörterung der Problematik des sich in der DG abzeichnenden Mangels an Hausärzten“. Wir wollten wissen, inwieweit wir im Rahmen unserer Zuständigkeiten helfen können. Der damals zuständige Minister Gentges zeigte uns eine Möglichkeit auf, analog zur Wallonischen Region vorzugehen. Wir plädieren dafür, dass diese Möglichkeit in Angriff genommen wird. Im Text der heute vorliegenden Interpellation werden drei Lösungsansätze vorgestellt, nämlich den „Numerus clausus“ durch eine Aufnahmeprüfung zu ersetzen, eine besondere Quote für die deutschsprachigen Medizinstudenten und schließlich, die völlige Öffnung des Medizinstudiums.

Als SP unterstützen wir natürlich alle Maßnahmen, die dazu dienen, zukünftig eine gute Betreuung durch unsere Hausärzte im ländlichen Raum zu sichern.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Resi Stoffels