Grenz-Echo-Monatsartikel von Jean-Luc Velz
Den demographischen Wandel im Auge behalten
Die Bevölkerungen der westlichen Industrienationen werden immer älter. Dies liegt nicht zuletzt an der steten Verbesserung der medizinischen Angebote, die zu einer Steigerung der Lebenserwartung der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich beitragen. Aber auch zunehmende Immigration und Geburtenrückgänge sind bestimmende Faktoren, die diesen Trend im internationalen Vergleich in allen westlichen Industrienationen bestätigen.
Wie man auf der interaktiven Plattform für Statistik in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, DGstat, lesen kann, ist bereits jetzt die Summe der Erwerbstätigen im Alter von 40 bis 64 Jahren in der DG höher, als die Gruppe der in Lohn und Brot stehenden 15- bis 39jährigen. Dieser Trend wird sich bis zum Jahre 2025 dahingehend verändern, dass es genauso viele Erwerbstätige im Alter von 20 bis 59 Jahren wie Kinder und Rentner, also Personen ohne Einkommen, in der Summe geben wird. Eine gewaltige Herausforderung, die auf uns zukommt.
Neben den Auswirkungen auf die Altenpflege und die sozialen Hilfsdienste hat diese Entwicklung auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Je älter ein gewichtiger Teil der Gesamtbevölkerung wird, desto weniger arbeitstätige Bürgerinnen und Bürger müssen für die Alterversorgung dieser Bevölkerungsschicht aufkommen. Glaubt man den Statistiken, so werden wir erst im Jahre 2060 wieder auf dem Stand von heute sein werden. Ein schwerwiegendes Problem, dem sich die Deutschsprachige Gemeinschaft stellen muss und wird.
Die Aufgabe der Politik ist es nun, die Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigen so zu setzen, dass eine sukzessive Entlastung der arbeitenden Bevölkerung ermöglicht wird. In diesem Zusammenhang gilt es ganz besonders, die Dienstleistungsangebote intensiv auf die Anforderungen älterer Menschen zuzuschneiden, was auch in weiten Teilen bereits geschieht.
Aber auch die Wirtschaft ist hier gefragt, schließlich ist der demographische Wandel eine Entwicklung, die uns alle betrifft. Durch eine konkrete Zusammenarbeit der Unternehmen mit älteren Menschen und deren gezielte Einbindung in Produktionsprozesse, Produktentwicklung und Unternehmensberatung können bisher unausgeschöpfte Synergien entstehen.
Nur durch eine Einbindung der gesamten Gesellschaft in die Veränderungen, die sich durch den demographischen Wandel ergeben, können wir auch in Zukunft den solidarischen Zusammenhalt der Gesellschaft zementieren. Wir sitzen alle in einem Boot und es ist die generationsübergreifende Solidarität, die dieses Boot über Wasser hält.
Jean-Luc VELZ
Mitglied der SP-Fraktion im PDG
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