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Nadine Rotheudt - Mehrsprachigkeit fördern!
Mehrsprachigkeit fördern!
Sehr gute Sprachkenntnisse werden zunehmend wichtiger, um sich in Europa und der globalisierten Welt zu behaupten. Die Europäische Union sieht gute Fremdsprachenkenntnisse als wichtige Schlüsselkompetenz an und empfiehlt, dass alle Kinder während ihrer Schulzeit ihre Muttersprache und zusätzlich zwei Fremdsprachen auf einem möglichst hohen, berufstauglichen Niveau erwerben. Dabei liegt das Augenmerk besonders auf dem Erlernen der Sprache der direkten Nachbarn.
Gerade in unserer kleinen Grenzregion ist das Beherrschen einer oder mehrerer Fremdsprachen von besonders großer Bedeutung. Sowohl im alltäglichen Leben als auch im Beruf ist die Bevölkerung permanent auf Kommunikation in der Fremdsprache angewiesen. Viele Maßnahmen wurden in diesem Sinne seit der letzten Legislaturperiode schon umgesetzt. Nun geht es darum, diese Errungenschaften weiter auszubauen und die kontinuierliche Qualitätssicherung sowie -steigerung der fremdsprachlichen Kompetenzen als eines der primären bildungspolitischen Ziele der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu etablieren.
In diesem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich die Methode frühester zweitsprachlicher Aktivitäten im Kindergarten, der Weiterführung über die Sprachunterrichte im Primar- und Sekundarbereich bis hin zur Einrichtung bilingualer Ausbildungen hervorheben. Hieran sollten wir uns orientieren.
Die Qualität der Zweisprachigkeit der Schüler ist an einige Faktoren gebunden, die nicht unerwähnt bleiben sollten. So ist ein zentraler Faktor die Ausbildung der Lehrer und deren Sprachkenntnisse auf den verschiedenen Ebenen. Daher ist es wichtig, die Weiterbildung der Lehrer zu überdenken, um sowohl ihre mündliche oder schriftliche Sprachbeherrschung als auch ihre pädagogischen Kompetenzen im Bereich der Vermittlung der Zweitsprache zu stärken und zu aktualisieren. Ein konkretes Instrument zur Verbesserung der Methode des Erlernens einer Zweitsprache, ist die konkrete Mithilfe der Muttersprachler auszubauen. Des Weiteren wird es von zentraler Bedeutung sein, sich Gedanken darüber zu machen, welche didaktischen Materialien den Schulen zur Umsetzung des Sprachunterrichtes zur Verfügung gestellt werden. Die Erstellung von Lehrprogrammen ist sinnvoll und richtig, aber konkrete Hilfestellung bei der Auswahl guten didaktischen Materials ist in diesem Zusammenhang sicherlich noch besser.
Ich halte es für immens wichtig, darauf hinzuweisen, dass nicht alle Schüler gleichermaßen sprachbegabt sind und dass eine dogmatische Behandlung des Themas in die eine oder in die andere Richtung dem Thema nicht gerecht wird. Das Unterrichtsangebot der Deutschsprachigen Gemeinschaft muss in Bezug auf das Erlernen der Zweitsprache differenziert genug sein, damit jeder sich das für ihn Richtige daraus ziehen kann.
Nadine Rotheudt
Mitglied der SP-Fraktion im PDG
www.sp-dg.be
