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Steuerbüro Sankt Vith nicht in Gefahr
Gemeinschaftssenator Louis Siquet befragt Minister Reynders
„Steuerbüro Sankt Vith nicht in Gefahr“
Gemeinschaftssenator Louis Siquet hat sich in zwei parlamentarischen Fragen an Finanzminister Didier Reynders gewandt, um genaue Informationen zur Zukunft der Steuerbüros in St. Vith und Eupen zu erhalten.
Hintergrund dieser Initiative sind Befürchtungen, dass die Umstrukturierung der belgischen Finanz- und Steuerdienste zu personellem Abbau in den Steuerbüros der Deutschsprachigen Gemeinschaft führen könnte, bis hin zu einer gänzlichen Schließung der deutschsprachigen Steuerbehörden. Die lokale Presse hatte hierüber berichtet.
Mangel an diplomierten, deutschsprachigen Mitarbeitern
Des Weiteren befragte Siquet Minister Reynders zum Mangel an diplomierten, deutschsprachigen Mitarbeitern in den Steuerbüros in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Dieser Zustand entstand einerseits durch höhere Verdienstmöglichkeiten diplomierter Personen im umliegenden Ausland und andererseits aufgrund eines Mangels an internen Schulungsmöglichkeiten seitens der Steuerbehörde in deutscher Sprache.
Es besteht zwar die Möglichkeit, Schul- und Hochschulabgänger mit Diplomniveau C einzustellen, und ihnen im Zuge interner Weiterbildungen die Erlangung von Diplomniveau A zu ermöglichen, in den letzten Jahren haben solche Schulungen jedoch nicht stattgefunden. In seiner Frage betonte Siquet, dass sich eine solche interne Ausbildung erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von zirka acht bis zehn Jahren hinziehen würde. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in den kommenden zehn Jahren ungefähr die Hälfte aller Arbeitnehmer in den Steuerbüros in Eupen und St. Vith in Rente gehen würde, dränge die Zeit, um personelle Engpässe in den Steuerbüros der Deutschsprachigen Gemeinschaft in den nächsten Jahren zu vermeiden.
Steuerbüro St. Vith wird nicht aufgelöst – Einstellungsprüfungen für Deutschsprachige
In seiner Antwort bezog Staatsminister Bernard Clerfayt, der im Namen des zuständigen Ministers das Wort ergriff, Stellung zu den Fragen und Bemerkungen des Gemeinschaftssenators. Der Meldung, das Steuerbüro in St. Vith würde möglicherweise Umstrukturierungen zum Opfer fallen, widersprach Clerfayt. Er könne vielmehr bestätigten, dass es keinerlei Planspiele gebe, das Büro zu schließen. Ebenfalls werde nicht darüber nachgedacht, die Steuerbüros St. Vith und Eupen zusammenzulegen.
Des Weiteren würde momentan die Schaffung eines „polyvalenten“ Steuerbüros in Eupen angedacht. Ein solches solle sämtliche Steuerdienste für Freiberufler, kleinere und mittlere Unternehmen sowie die großen Unternehmen der Deutschsprachigen Gemeinschaft umfassen. Hierzu gebe es jedoch zurzeit noch keine konkreten Planungen, vielmehr sei man in der Ausarbeitungsphase.
Was den Mangel an diplomiertem, deutschsprachigem Personal in der Steuerbüros der Deutschsprachigen Gemeinschaft anbelangt, so versicherte Clerfayt, dass im Laufe des Jahres 2011 in Zusammenarbeit mit Selor eine Reihe an Einstellungsprüfungen für die Niveaus A, B und C angeboten würden. So wolle man personellen Engpässen entgegenwirken.
Louis Siquet zeigte sich zufrieden mit der Antwort des Staatssekretärs, da diese offenbare, dass das zuständige Ministerium den akuten Handlungsbedarf erkannt habe. Gleichwohl werde er in Zukunft die Entwicklungen in dieser Materie genau beobachten. Schließlich sei es unabdingbar, den deutschsprachigen Belgiern Steuerbüros in unmittelbarer Nähe, besetzt mit deutschsprachigem Personal, zu gewährleisten.
