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Kommentar des SP-Fraktionsvorsitzenden, Charles Servaty - Zuversicht!
Kommentar von Charles Servaty, Fraktionsvorsitzender der SP-Fraktion im PDG
Zuversicht!
Vielleicht saßen Sie kürzlich noch am Meer und schauten in die goldene Abendsonne. Sie waren möglicherweise ganz in Gedanken versunken und gelassen; hatten während der Urlaubszeit die Seele baumeln lassen. Und heute hat der Alltag Sie wieder. Die Rückreise war ziemlich anstrengend. Und als Sie zuhause ankamen, war so gar nichts da von dieser Muße, den Sie so genossen haben. Schon beim Aufschlagen der Tageszeitung oder beim Hören der Nachrichten landen Sie abrupt in der Wirklichkeit. Denn das Leben ist nicht stehen geblieben.
Die Wirtschaftsnachrichten verheißen nicht Gutes. Die Krisen wollen kein Ende nehmen, Anleger fürchten um ihr Geld. Der globalisierte Kapitalismus ist längst an seine Grenzen gestoßen. Dass die Luftblasen an den Börsen irgendwann platzen würden, haben Experten lange schon vorhergesagt. Aber alle haben munter weitergemacht. Und der einfache Mann oder die einfache Frau verstehen die Welt nicht mehr. Wenn Ratingagenturen drohen oder der Sarkozy mit der Merkel telefoniert, kommt das Börsenparkett ins Wanken und wir fragen uns, ob es einen gibt, der endlich die Reißleine des rettenden Fallschirms ziehen kann.
Wenn auch – wie im Volkslied besungen – der Globus quietscht und eiert, so dreht er doch unermüdlich weiter. Doch wenn die schlechten Nachrichten dieser Welt uns manchmal im Tagesrhythmus verzweifeln lassen, gibt es auch immer wieder Zeichen von Hoffnung und des lohnenden Weitermachens.
Der nordafrikanische Frühling, der die Aufständischen in Tunesien und Ägypten siegen ließ, hat sich über den Sommer gebreitet: in Libyen gehen für einen weiteren Despoten die Lichter aus. Die Auflehnung der unterdrückten Menschen in Syrien geht trotz massivster Gewalt weiter – siehe dazu auch unser Beitrag vom letzten Monat an dieser Stelle: es scheint, als habe die schwere Last der Gewaltherrschaft die Menschen erst fähig gemacht, sich trotz schwerster Repression aufzulehnen und standhaft zu bleiben – trotz aller Opfer.
Und in diesen Tagen nach den Ferien, fernab der großen politischen und wirtschaftlichen Brennpunkte, dreht sich in vielen Familien alles um die bevorstehende Einschulung. Die Erstklässler sehen voller Spannung ihrem ersten Schultag entgegen. Begleitet von ihren Eltern fließt so manche Träne und auch hier schwankt die Stimmung zwischen ängstlicher Sorge und der Hoffnung, dass alles gute gehen möge. Das gilt übrigens auch für die jungen Menschen, denen es vergönnt ist, einen ersten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz antreten zu können.
Nach einem entspannten Urlaub ist der Einstieg in den Alltag nicht immer einfach - ähnlich dem Jetlag, der noch einige Zeit nachwirkt, bevor wir ganz angekommen sind. Gehen wir mit Zuversicht an die Arbeit und tun das, was nötig und möglich ist!
Charles Servaty
Vorsitzender der SP-Fraktion im PDG
