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Karl-Heinz Lambertz - „Eine Lanze für den fairen Handel brechen“
Kommentar des Ministerpräsidenten, Karl-Heinz Lambertz
„Eine Lanze für den fairen Handel brechen“
Vom 20. bis zum 29. Januar findet die diesjährige „Internationale Grüne Woche“ in Berlin statt. Die „Grüne Woche“ ist die wichtigste internationale Messe für Ernährungswissenschaft und Landwirtschaft und ein wahrer Publikumsmagnet für Fachbesucher und den Ottonormalverbraucher.
Neben den zahlreichen Herstellern und Vermarktern von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der ganzen Welt, präsentiert auch das „Forum Fairer Handel“ eine Reihe von neuen fairen Produkten aus Afrika, Asien und Lateinamerika.
Das ist für mich eine gute Gelegenheit, für den Faire Handel eine Lanze zu brechen, denn weltweit leben 2,5 Milliarden Menschen von maximal 2$ pro Tag. Dieser Misstand ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Eine wesentliche Ursache für Armut ist dabei das internationale Handelssystem. Die Preise für Produkte werden auf den freien Weltmärkten aufgrund von Angebot und Nachfrage und leider auch aufgrund von Spekulationen gebildet. Das hat zur Folge, dass die Produzenten oft nicht einmal in der Lage sind, die Produktionskosten zu decken.
Eine Möglichkeit diesem Misstand entgegenzuwirken, ist der Konsum von Produkten aus dem Fairen Handel. Fair gehandelte Produkte sind nämlich Erzeugnisse, die sozial gerecht und nachhaltig produziert werden. Durch den Kauf und Konsum von Artikeln aus dem Fairen Handel fördert der Verbraucher also menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung. Doch Fairer Handel bedeutet mehr als „nur“ faire Preise. Es geht dabei vielmehr um die Bildung von Perspektiven für die Produzenten aus dem Süden und um die Gestaltung einer selbstbestimmenden Zukunft.
Gerade der Aspekt der Selbstbestimmung der kleinen dürfte für uns Deutschsprachige, die ebenfalls nach mehr Autonomie – allerdings im Sinne der Übertragung weiterer Zuständigkeiten – streben, ein Grund mehr sein, um mit unseren Mitmenschen aus strukturschwachen Regionen solidarisch umzugehen.
Quelle: www.lambertz.be
