Charles Servaty

1. Mai: Gerecht und solidarisch!


Beitrag der SP-Fraktion in der Rubrik „Das Wort den Parteien“ für die GrenzEcho-Monatsausgabe im Mai 2018

Auch wenn einige es nicht gerne hören: Die wahren Motoren von Wirtschaft und Gesellschaft sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das war schon immer so. Und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben.

Dennoch erleben wir zusehends, dass soziale Errungenschaften – von der Arbeitszeit, über die Gesundheitsversorgung, bis hin zur Alterssicherung – immer häufiger in Frage gestellt werden. Der amerikanische Brutalkapitalismus lässt grüßen!

Die Menschen – egal, wo auf der Welt – eint jedoch das Bedürfnis nach Sicherheit, einem geregelten und hinreichenden Einkommen, einer erstrebenswerten Lebensqualität und zu guter Letzt einer Absicherung für das Alter.

Die Verwirklichung dieser tief in der menschlichen Zivilisation verwurzelten Wünsche und Triebfedern sind jedoch zunehmend bedroht. Heute stellen wir in zahlreichen Bereichen der Wirtschaft ein Klima der grenzenlosen Bereicherungssucht fest. Moralische Grenzen finden immer seltener Beachtung. Zu viele Vertreter des heutigen Wirtschaftssystems stehlen sich aus ihrer sozialen Verantwortung.

Leistungszwang und der damit verbundene Leidensdruck werden vielmehr direkt an die Arbeitnehmer weitergegeben. Ihnen wird immer mehr abverlangt. Auch die heutigen diplomierten Berufseinsteiger können ein Lied davon singen: Sie sollen immer länger und flexibler arbeiten, gleichzeitig ein hohes Maß an Kreativität an den Tag legen und möglichst immer erreichbar sein.

Die Folgen: Enormer Druck, Arbeitsverdrossenheit, Argwohn und Missgunst unter Kollegen, Depressionen und Burnout. Jeweils unbestreitbare Merkmale der um sich greifenden Ellenbogengesellschaft!

Dennoch bedeutet vielen Menschen ihr Job alles, stellt Lebensinhalt und Erfüllung dar. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger definieren sich über ihre Arbeit, sie ziehen hieraus Selbstwertgefühl und erfahren soziale Anerkennung. Zahlreiche Studien untermauern dies…

Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass bei den Arbeitnehmern ein großer Wunsch nach Kontinuität und Stabilität in der Erwerbstätigkeit besteht sowie Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist bis heute ein zentraler Feiertag. Er steht symbolisch für die zeitlosen Ideale von Solidarität und Gerechtigkeit.

Ich denke, wir brauchen mehr denn je einen auch sozial leistungsfähigen Staat, eine Gesundheitspolitik, die niemanden auf der Strecke lässt, Chancengleichheit in Schule und Ausbildung, Solidarität unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, eine gerechte Steuerpolitik sowie eine menschliche Herangehensweise bei der Digitalisierung der Arbeitswelt.

Auch am 1. Mai 2018 gilt: Der Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität geht weiter!

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