Kirsten Neycken-Bartholemy / PDG

Einführung des Kindergartenassistenten sowie der Herabsetzung des Eintrittsalters in den Kindergarten


Plenum des PDG vom 25. Juni 2018

Stellungnahme von Kirsten Neycken-Bartholemy, Mitglied der SP-Fraktion, zum Dekretentwurf zur

Einführung des Kindergartenassistenten sowie der Herabsetzung des Eintrittsalters in den Kindergarten

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Mitglieder der Regierung,

werte Kolleginnen und Kollegen,

 

die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine wichtige, eine maßgebliche Aufgabe der Politik. Um die Situation von Familien zu verbessern, ergreifen wir daher in diesem Hause in zahlreichen Politikfeldern konkrete Maßnahmen. Allen voran in den Bereichen Familie und Soziales und eben nicht zuletzt auch im Bereich Unterricht und Ausbildung.

Der heute zur Abstimmung stehende Dekretentwurf ist demnach ein weiteres – wenngleich wichtiges – Instrument, um den enormen Herausforderungen, denen sich Eltern heutzutage gegenübersehen, gerecht zu werden.

Ich denke, dass die Regierung und die Mehrheit in diesem Hause gerade mit der Absicht, in Zukunft das Eintrittsalter in den Kindergarten auf zweieinhalb Jahre zu senken, den Zahn der Zeit trifft. Gerade für arbeitstätige Eltern – gerade alleinerziehenden – wird diese Maßnahme in Zukunft den wertvollen Dienst leisten, früher und mit beiden Beinen im Arbeitsleben stehen zu können und dennoch die Sicherheit zu haben, dass die Kinder gut versorgt sind.

Alleine dieser Umstand rechtfertigt in den Augen der SP-Fraktion diese Maßnahme.

 

Werte Kolleginnen und Kollegen,

was im Rest des Landes bereits Realität ist und auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bis 1999 bereits praktiziert wurde, soll nun also spätestens ab dem Schuljahr 2021-2022 auch in der DG wieder praktiziert werden.

Die SP-Fraktion unterstützt dabei ausdrücklich, dass diese Maßnahme nicht per Hauruck-Verfahren umgesetzt wird, sondern penibel vorbereitet wird. So wird Chaos verhindert und zunächst dafür Sorge getragen, dass überhaupt genug Personal vorhanden ist, das die Betreuung der Kinder in den ostbelgischen Kindergärten gewährleisten kann.

Hier spielt natürlich auch die adäquate Ausbildung des künftigen Personals eine ganz entscheidende Rolle.

Klar ist schließlich: mehr Kinder im Kindergarten bedeuten auch einen ungleich höheren personellen Aufwand.

Daher stehen wir auch der Einführung des Amtes des Kindergartenassistenten sehr positiv gegenüber.

Wichtig war uns jedoch, dass hier eine klar definierte Ausbildung, vor allem was Regelstudienzeit und Inhalte betrifft, eingeführt wird. Außerdem war es unabdingbar, ein klares Aufgabenprofil zu erstellen, das unmissverständlich die Rahmenbedingungen des Arbeitsalltags festlegt.

Die Zugangsvoraussetzungen beziehungsweise Befähigungsnachweise zum Amt des Kindergartenassistenten, so wie sie heute zur Abstimmung stehen, ermöglichen einen breitestmöglichen Zugang zum Amt des Kindergartenassistenten. Ich möchte jedoch hinzufügen, dass hier nicht mit der Gießkanne vorgegangen wird. Vielmehr sind alle potenziellen Kandidaten diplomiert – sei es in Form einer Ausbildung, eines Fachabiturs oder einer anderweitigen Berufsausbildung.

Gesetzt den Fall, dass es nicht ausreichend Bewerber gibt, die diesen Kriterien entsprechen, besteht abschließend die Möglichkeit, auch Personen vorzusehen, die eine vom Arbeitsamt der DG ausgestellte Bescheinigung über die Teilnahme an einer Schulung zum Kindergartenhelfer vorweisen können. Darüber hinaus gilt auch ein von der Regierung als gleichwertig anerkannter Nachweis als erforderlicher Befähigungsnachweis.

Durch diese Maßnahme wird bereits heute den etwaigen Engpässen von morgen vorgebeugt. Wir begrüßen diese Regelungen daher ausdrücklich.

Das gilt ebenso für die Möglichkeit eines Brückenstudiums zum Kindergärtner, das allen Kindergartenassistenten mit einem Abitur offensteht. Wir werden mit großem Interesse die diesbezüglichen Entwicklungen beobachten.

Wichtig war uns überdies, keine Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Diplomen der etwaigen Bewerber und Personalmitglieder entstehen zu lassen. Daher wurde per Abänderungsvorschlag eine Frist in den Dekrettext aufgenommen, der vorsieht, dass binnen fünf Jahren nach Beginn der Tätigkeit als Kindergartenassistent, eine diesbezügliche – 120 Stunden umfassende – Weiterbildung absolviert werden muss.

 

Werte Kolleginnen und Kollegen,

alles in allem sollen bis zur endgültigen Umsetzung des vorliegenden Dekretes über 50 neue Vollzeitäquivalente entstehen. Vor diesem Hintergrund kann man die zur Abstimmung stehenden Maßnahmen durchaus als Jobmotor bezeichnen.

Was die praktische Umsetzung des Dekretes betrifft, so ist es in unseren Augen sehr wichtig, den Schulen die nötige Flexibilität bei der Gestaltung ihres ureigenen Zeitmanagements zu ermöglichen. Niemand kennt die internen Arbeitsabläufe schließlich besser als die Verantwortlichen in der Schulen der DG selbst.

Die SP-Fraktion wird dem vorliegenden Dekretentwurf aus voller Überzeugung zustimmen.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

 

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